Temperaturmessung bei Thunfischstück

Die Einfuhr von Thunfisch

Eine der am häufigsten über die TGSH in die EU importierte Fischart ist der Thunfisch. Neben den regelmäßig durchgeführten mikrobiologischen Untersuchungen ist die Überwachung des im Fischfleisch von Thunfischen vorkommenden Histamins wichtig. Wie auch andere große Raubfische kann der Thunfisch mit Schwermetallen, insbesondere Quecksilber, belastet sein.

Eine der am häufigsten über die TGSH in die EU importierte Fischart ist der Thunfisch. Beim Thunfisch handelt es sich um eine Gattung von Raubfischen, die in allen tropischen, subtropischen und gemäßigten Meeren vorkommt. Es gibt deutliche Unterschiede bei den einzelnen Thunfischarten in Größe und Gewicht. Sie können Körperlängen von ein bis drei Meter erreichen und 20 bis 300 Kilogramm schwer werden.

Wichtiger Speisefisch

Thunfische gehören wegen ihres hervorragenden roten Fleisches zu den wichtigsten Speisefischen und sind von großer fischereiwirtschaftlicher Bedeutung. Einige Thunfischarten sind aus diesem Grund durch Überfischung mittlerweile bereits vom Aussterben bedroht. Um dem entgegen zu wirken, wird zunehmend auch Thunfisch aus Aquakultur angeboten, der aus Drittländern kommend, regelmäßig zur Einfuhrkontrolle vorgestellt wird.

Die am häufigsten gefangene und auch über den Flughafen Frankfurt meist importierte Art ist der Gelbflossen-Thunfisch (Thunnus albacares). Gefolgt wird dieser vom weißen Thunfisch (Thunnus alalunga), beide Arten sind bisher nur gering gefährdet. Andere Arten, wie zum Beispiel der als besondere Delikatesse geltende Südliche Blauflossen-Thunfisch (Thunnus maccoyii), sind vom Aussterben bedroht und dürfen daher nicht in die EU eingeführt werden. Gerade die Überwachung der importierten Arten durch die Entnahme von Stichproben durch die TGSH im Rahmen der Einfuhrkontrolle mit anschließender Tierartbestimmung, stellt daher eine wichtige Maßnahme hinsichtlich der Arterhaltung und natürlich auch eventueller Verbrauchertäuschung dar.

Woher kommt der Thunfisch?

Zur Einfuhrkontrolle wird fast ausschließlich frischer Thunfisch, meistens als Filet, aber auch als ganzer Fisch, vorgestellt. Der über Frankfurt importierte Thunfisch kommt hauptsächlich aus dem indischen Ozean, aus Ländern wie den Malediven, Indien oder Indonesien. Viele Sendungen, die in diesen Ländern gefangen werden, werden über Sri Lanka in die EU exportiert. Die dort ansässigen Fischverarbeitungsbetriebe wenden eine spezielle Filetiertechnik an. Die so gewonnen Thunfischfilets sind hierzulande sehr begehrt.

Was und worauf untersuchen wir?

Hygiene und Temperatur

Während früher in Deutschland vor allem Thunfisch in Dosen von Bedeutung war, wird er zwischenzeitlich immer häufiger auch frisch verarbeitet. Als Sushi, Sashimi oder auch gebraten als Steak wird er immer beliebter. Gerade bei Fisch, der roh verzehrt werden soll, ist die Einhaltung der Hygiene- und Temperaturanforderungen von besonderer Bedeutung und muss entsprechend sorgfältig überwacht werden. Da eine mögliche bakterielle Belastung in Abhängigkeit von Lagertemperatur und Lagerdauer stetig zunimmt, ist insbesondere die Temperaturkontrolle im Rahmen der Warenuntersuchung an der Grenzkontrollstelle von großer Bedeutung.

Histamin

Neben den regelmäßig durchgeführten mikrobiologischen Untersuchungen ist die Überwachung des im Fischfleisch von Thunfischen vorkommenden Histamins wichtig. Histamin entsteht beim Abbau von Aminosäuren durch Bakterien und kann bei Menschen mit Histamin-Intoleranz allergieähnliche Symptome auslösen. Bei hohen Gehalten an Histamin kommt es aber auch bei gesunden Menschen zu Vergiftungserscheinungen. Bei sehr frischem Fisch ist das Risiko eines erhöhten Gehaltes an Histamin allerdings gering. So verwundert es nicht, dass bislang bei unseren Untersuchungen noch keine Grenzwertüberschreitungen festgestellt werden konnten.

Schwermetalle

Wie auch andere große Raubfische kann der Thunfisch mit Schwermetallen, insbesondere Quecksilber, belastet sein. Das besonders schädliche Methylquecksilber stellt eine beträchtliche Gesundheitsgefährdung für den Verbraucher dar. Hier an der TGSH konnten im Rahmen der Stichprobenkontrollen bislang keine Überschreitungen der rechtlich zulässigen Rückstandshöchstmengen für Schwermetalle festgestellt werden.

Arzneimittel

In Fällen, in denen der Thunfisch aus Aquakultur stammt, muss natürlich auch mit dem Einsatz von Arzneimitteln gerechnet werden. Es liegt auf der Hand, dass im Rahmen der Einfuhrkontrollen auch Proben entnommen werden, die auf derartige Rückstände untersucht werden. Aber auch hier wurden bislang keine Sendungen beanstandet.
Die Angebotsvielfalt und Beliebtheit dieser Fischart macht den Thunfisch zu etwas ganz Besonderem, eine Einschätzung, die aufgrund der Ergebnisse unserer Einfuhrkontrollen bestätigt wird.