Zwei Erdbeeren

Untersuchung auf Pflanzenschutzmittel in den Jahren 2021-2023

Das Hessische Landeslabor hat in den Jahren 2021-2023 insgesamt 67 Erdbeerproben verschiedener Herkunft auf Pflanzenschutzmittel (PSM) untersucht. Angegebene Erzeugerländer waren hauptsächlich Deutschland (46%), aber auch Ägypten (42%) und Spanien (4%). Fünf Proben (7%) enthielten keine Angaben zum Ursprungsland.

In acht Proben (12%) waren keine Pflanzenschutzmittelrückstände nachweisbar. 59 Proben (88%) wiesen Pflanzenschutzmittelrückstände auf. Davon konnten in 40 Proben (60%) Mehrfachrückstände nachgewiesen werden. Diese enthielten zwischen drei und neun verschiedene Rückstände. Die meisten Befunde wiesen bis zu drei verschiedene Rückstände auf (67%).

Häufigkeit der nachgewiesenen Anzahl von  Wirkstoffen. Die X-Achse zeigt Die Anzahl der verschiedenen Wirkstoffe je Probe, die y-Achse die Zahl der Proben. Nähere Informationen zu den Einzelergebnissen erhalten Sie unter:  AbteilungIV@lhl.hessen.de

Insgesamt wurden in den untersuchten Erdbeeren 42 verschiedene Wirkstoffe bestimmt.

Häufigkeit nachgewiesener PSM-Wirkstoffe (2021-2023, sieben häufigsten Befunde). Die X-Achse zeigt den Wirkstoff, die y-Achse die Zahl der Proben. Nähere Informationen zu den Einzelergebnissen erhalten Sie unter:  AbteilungIV@lhl.hessen.de

Die sechs häufigsten Befunde in den Erdbeeren wiesen die derzeit gebräuchlichen Fungizide auf. Diese werden eingesetzt, um die Früchte vor Pilzerkrankungen zu schützen. Bifenazat z.B. wird als Akarizid gegen verschiedene Milbenarten beim Anbau eingesetzt.

Bei zwei der untersuchten Proben (3%) ergab sich ein Anlass zur Beanstandung aufgrund einer Überschreitung der EU-weit festgelegten Höchstgehalte (2021: 1 mal Tebuconazol; 2023: 1 mal Propiconazol). Beide Proben wurden an der Tierärztlichen Grenzkontrollstelle (TGSH) am Frankfurter Flughafen bei der Einfuhr aus Ägypten gezogen.

Bei den festgestellten Mengen ist ein gesundheitliches Risiko für den Verbraucher unwahrscheinlich, da die Ausschöpfung der akuten Referenzdosis (ARfD) jeweils für beide Substanzen nicht überschritten war. Ein Risiko für die menschliche Gesundheit liegt insbesondere dann vor, wenn die Ausschöpfung der ARfD deutlich überschritten wird.

Zu einer entsprechenden Bewertung von PSM-Rückständen in Erdbeeren kam auch das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) in der Mitteilung Nr.022/2023 am 7. Juni 2023.

Im Ländervergleich

Die Ergebnisse der Untersuchungen in Hessen waren vergleichbar mit den Untersuchungsergebnissen anderer Bundesländer in den letzten Jahren wie z.B. das Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL Bayern). Eine bundesweite Auswertung für 2022 wird in dem nächsten Monitoringbericht des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) veröffentlicht.

Es empfiehlt sich die Erdbeeren vor dem Verzehr zu waschen um mögliche vorhandene Rückstände weiter zu reduzieren, z.B. mittels lauwarmen Leitungswasser und anschließendem abtropfen- lassen bzw. mittels Küchenpapiertuch abtupfen.

Ernährungsphysiologisch betrachtet sind Erdbeeren reich an Vitaminen, Mineralstoffen und Antioxidantien. Neben den Vitaminen E und B weisen Erdbeeren sogar mehr Vitamin C auf als manche Zitrusfrüchte und gelten trotz des süßen Geschmacks verglichen mit anderen Früchten als sehr kalorienarm (ca. 30kcal/100g).