1. Bewertung des Bodenuntersuchungsergebnisses
Die Einteilung der Bodenuntersuchungsergebnisse in Gehaltsklassen erfolgt nach folgendem Schema:
Tabelle 1: Gehaltsklassen
| Gehaltsklasse (GK) | Düngeempfehlung |
|---|---|
| A = sehr niedrig | stark erhöhte Düngung |
| B = niedrig | erhöhte Düngung |
| C = mittel (anzustreben) | Erhaltungsdüngung |
| D = hoch | verringerte Düngung |
| E = sehr hoch | keine Düngung |
2. Düngeempfehlungen
2.1 pH-Wert und Kalkbedarf
Der anzustrebende pH-Bereich (optimaler Bereich) richtet sich nach dem Tongehalt des Bodens und den Ansprüchen der Pflanzen an den Boden, die angebaut werden sollen.
Tabelle 2: Bodenartgruppe und pH-Bereiche
| Bodenartgruppen | Anzustrebender pH-Bereich |
|---|---|
| I = überwiegend Sand (leicht) | stark erhöhte Düngung |
| II = überwiegend Lehm (mittel) | erhöhte Düngung |
| III = überwiegend Ton (schwer) | Erhaltungsdüngung |
| Rasen, Nadelgehölze (alle Bodenarten) | verringerte Düngung |
| Moorbeetkulturen | unter 5,0 |
Falls eine Kalkung notwendig ist, wird der Kalkbedarf im Untersuchungsbefund in Gramm CaCO3 (Kohlensaurer Kalk) je m2 angegeben. Pro Jahr sollte nicht mehr als 250 g CaCO3/m2 auf einmal gestreut werden. Ist eine größere Kalkmenge erforderlich, muss die darüber hinausgehende Menge auf mehrere Jahre verteilt werden, bis der anzustrebende pH-Bereich erreicht ist. Ist dieser erreicht, genügen Gaben von 150 g/m2 Kohlensaurer Kalk alle 3 Jahre.
Der ausgebrachte Kalk sollte gut mit dem Boden vermischt und nicht zusammen mit Stallmist oder anderen stickstoffkalkigen Düngern ausgebracht werden. In Ziergärten werden niedrigere pH-Werte angestrebt, als in Nutzgärten. Rasen und Nadelgehölze zählen zu Ziergärten. Kalkempfindliche Kulturen (Moorbeetpflanzen, Azaleen, Rhododendren usw.) dürfen nicht mit Kalk oder kalkhaltigen Düngern gedüngt werden. Zu hohe pH-Werte lassen sich durch Ausbringen von Torf, sauren Rinden oder Laubkompost mindern.
2.2 Düngeempfehlung für Phosphor (P2O5)
Tabelle 3: Phosphor Düngeempfehlungen für den Nutzgarten (Gemüse, Schnittstauden, Rosen, Rasen)
| P2O5 mg/100 g Boden | P2O5 g/m2 Reinnährstoff | Thomasphosphat (g/m2) | Superphosphat (g/m2) | Knochenmehl (g/m2) |
|---|---|---|---|---|
| A = 0 – 4 | 6 | 40 | 30 | 40 |
| B = 5 – 7 | 5 | 35 | 25 | 35 |
| C = 8 – 18 | 3 | 20 | 15 | 20 |
| D = 19 – 27 | 2 | 15 | 10 | 15 |
| E = ab 28 | 0 | 0 | 0 | 0 |
Tabelle 4: Phosphor Düngeempfehlungen für den Ziergarten (Ziergehölze, Obstbäume, Beerensträucher)
| P2O5 mg/100 g Boden | P2O5 g/m2 Reinnährstoff | Thomasphosphat (g/m2) | Superphosphat (g/m2) | Knochenmehl (g/m2) |
|---|---|---|---|---|
| A = 0 – 4 | 4 | 28 | 20 | 28 |
| B = 5 – 7 | 3 | 20 | 15 | 20 |
| C = 8 – 18 | 2 | 14 | 10 | 14 |
| D = 19 – 27 | 1 | 7 | 5 | 7 |
| E = ab 28 | 0 | 0 | 0 | 0 |
Ist bei Phosphor die Gehaltsklasse "E" erreicht, sollten keine phosphathaltigen Düngemittel mehr ausgebracht werden. Die Anwendung von eigenem Kompost soll auf max. 2,5 kg/m2 begrenzt werden, um eine zusätzliche Phosphoranreicherung im Boden zu vermeiden.
2.3 Düngeempfehlung für Kalium (K2O)
Tabelle 5: Kalium Düngeempfehlungen für den Nutzgarten (Gemüse, Schnittstauden, Rosen, Rasen)
| K2O mg/100 g Boden | K2O g/m2 Reinnährstoff | Kaliumsulfat mit Magnesium (g/m2) | Kaliumsulfat (g/m2) |
|---|---|---|---|
| A = 0 – 5 | 30 | 100 | 60 |
| B = 6 – 11 | 22 | 75 | 45 |
| C = 12 – 20 | 15 | 50 | 30 |
| D = 21 – 33 | 8 | 25 | 15 |
| E = ab 34 | 0 | 0 | 0 |
Tabelle 6: Kalium Düngeempfehlungen für den Ziergarten (Ziergehölze, Obstbäume, Beerensträucher)
| K2O mg/100 g Boden | K2O g/m2 Reinnährstoff | Kaliumsulfat mit Magnesium (g/m2) | Kaliumsulfat (g/m2) |
|---|---|---|---|
| A = 0 – 5 | 16 | 55 | 30 |
| B = 6 – 11 | 12 | 40 | 25 |
| C = 12 – 20 | 8 | 25 | 15 |
| D = 21 – 33 | 4 | 13 | 8 |
| E = ab 34 | 0 | 0 | 0 |
Auf sandigen Böden sollten je Gabe maximal 50 g K2O/m2 gedüngt werden. Bei höherem Bedarf bitte die Gaben entsprechend aufteilen.
2.4 Düngeempfehlung für Magnesium (Mg)
Tabelle 7: Magnesium Düngeempfehlung für Nutz- und Ziergarten
| mg Mg/100 g Boden | mg Mg/m2 Reinnährstoff | Magnesiumsulfat (Kieserit) g/m2 |
|---|---|---|
| A = 0 – 5 | 8 | 30 |
| B = 6 – 12 | 4 | 15 |
| C = ab 13 | 0 | 0 |
Bei gleichzeitigem Magnesium- und Kalkbedarf kann die Düngung ausschließlich mit magnesiumhaltigem Kalk erfolgen.
2.5 Düngeempfehlung für Stickstoff (N)
Der N-Bedarf richtet sich nach dem Stickstoffentzug der jeweiligen Kultur.
Tabelle 8: Stickstoff Düngeempfehlung
| Pflanzenart | N g/m2 Reinnährstoff | Horngrieß/ Hornspäne (13 % N) g/m2 | Kalkammonsalpeter (27 % N) g/m2 |
|---|---|---|---|
| Weißkohl (spät), Rosenkohl, Blumenkohl, Brokkoli, Rote Bete, Tomaten, Kürbis, hohe blattreiche Schnittstauden, Rasen | 20 | 160 | 80 in vier Gaben |
| Weißkohl (früh), Sellerie, Porree, Spinat, Kohlrabi, Möhren, Chinakohl, Grünkohl, Endivie, Kartoffeln, Gurken, mittelhohe Schnittstauden, Rosen | 10 – 15 | 80 – 120 | 46 – 60 in drei Gaben |
| Bohnen, Kopfsalat, Spargel, Erbsen, Feldsalat, Rettich, Radies, Zwiebeln, Erdbeeren, Obstbäume, Sommerblumen, Polsterstauden, Schafgarbe, Zier- und Nadelgehölze | 5 | 40 | 20 |
Erdbeeren, Spargel und Beerensträucher dürfen nur nach der Ernte gedüngt werden, damit die Pflanzen noch bis Wintereinbruch ausreifen können. Die Aufwandmengen weiterer N-Dünger können entsprechend ihrem N-Gehalt ermittelt werden.
3. Organische Düngung
Organische Substanz verbessert sowohl die Bodenstruktur als auch die Wasser- und Nährstoffspeicherung. Darüber hinaus wird das Bodenleben gefördert (z.B. Regenwurmbesatz) und die Widerstandskraft der Pflanzen gegenüber Schädlingen und Krankheiten, die durch Schadpilze verursacht werden, erhöht. Deswegen wird der Einsatz von Kompost oder Stallmist zu folgenden Kulturen empfohlen:
Kohl, Sellerie, Tomaten, Gurken, Kartoffeln und Beerensträucher erhalten zum Beispiel circa 2,5 kg Kompost oder Stallmist je m2. Stallmist sollte jedoch nicht unmittelbar zu Möhren, Schwarzwurzeln, Bohnen, Erbsen, Zwiebeln und Kopfsalat gegeben werden. Werden größere Mengen von organischen Düngern eingesetzt, müssen die darin enthaltenen Nährstoffmengen bei der Düngung berücksichtigt werden. 1 kg Kompost enthält ca. 1 – 2 g N, 1 g P2O5, 3 g K2O und 0,5 – 1 g MgO. 1 kg Stallmist ca. 1 – 2 g N, 0,5 – 1 g P2O5 und 2 g K2O.
4. Korrektur der Empfehlungen
Falls weder Kompost noch Stallmist zur Verfügung stehen und zudem die Ernterückstände entfernt werden, können die empfohlenen Düngermengen bei Phosphor, Kalium und Magnesium verdoppelt und bei Stickstoff um rund 5 g/m2 erhöht werden.