Welche bakteriellen Krankheitserreger werden untersucht?
Der Schwerpunkt unserer Untersuchungen liegt auf dem Nachweis medizinisch bedeutsamer Bakterien, die bei Haus- und Nutztieren, bei Wild-und Zootieren sowie beim Menschen Erkrankungen bzw. krankhafte Veränderungen hervorrufen können.
Als Beispiele sind hier Salmonellen, Yersinien, Campylobacter, MRSA und krankmachende Clostridien zu nennen. Gelegentlich dienen die Untersuchungen auch dem Nachweis des Freiseins von bakteriellen Krankheitserregern, z.B. bei Futtermittel-, Export- und Sterilitätsuntersuchungen sowie im Rahmen von spezifischen Bekämpfungsprogrammen.
Bakteriologische Nachweismethoden
Bakterielle Krankheitserreger werden im Labor auf festen oder flüssigen Nährmedien kultiviert und anschließend anhand ihrer morphologischen und biochemischen Eigenschaften identifiziert. Besonders wichtig sind dabei speziesspezifische Merkmale wie Farbumschläge in biochemischen Tests („Bunte Reihen“). Die Tiefe der Identifizierung richtet sich nach der Bedeutung des Erregers – etwa werden Salmonellen anhand ihrer Oberflächenantigene bis zur Serovarebene bestimmt.
1. Spezifische Färbungen
Bestimmte Erreger wie Mykobakterien (z. B. Tuberkulose) lassen sich durch spezielle Färbemethoden direkt im Mikroskop nachweisen.
2. In-vitro-Resistenzprüfung
Bakterielle Erreger reagieren unterschiedlich auf Antibiotika. Nach ihrem Anzüchten werden sie auf Empfindlichkeit getestet, indem sie mit Wirkstoffen in Kontakt gebracht werden. Wächst der Keim weiter, ist er resistent; wird er gehemmt, gilt er als sensibel.
3. Hemmstofftest
Beim Hemmstofftest wird mit einem bekannten Keim (z.B. Bacillus subtilis) auf einem definierten Medium geprüft, ob das untersuchte Material Substanzen enthält, die das Bakterienwachstum hemmen.
4. Molekularbiologische Verfahren
Heute werden routinemäßig molekularbiologische Verfahren eingesetzt, die gezielt Erbsubstanz oder Biomoleküle analysieren, z. B.:
- Polymerasekettenreaktion (PCR) zur Detektion von Virulenzgenen (z. B. bei E. coli) oder Toxintypen (z. B. Clostridium perfringens)
- Puls-Feld-Gelelektrophorese (PFGE) oder spa-Typisierung zur Klärung von Verwandtschaften von Bakterienisolaten bis auf Stamm- oder Klonebene
- Molekularbiologische Tests für schwer kultivierbare Erreger wie Mykoplasmen, Lawsonia, Leptospiren, Brachyspira, Mykobakterien, Amphibienpilze
- 16S rRNS- bzw. 5.8S/ITS-Genomsequenzierung zur Artbestimmung bei Bakterien und Pilzen
5. Nachweis von Biomolekülen zur Speziesdiagnostik
- MALDI-TOF-Massenspektroskopie
- Ganzgenomsequenzierung zur exakten Speziesdiagnostik
Untersuchung von Milchproben
Neben Viertel- und Hälftenanfangsgemelkproben untersuchen wir in unserem Milchlabor viele weitere Probenarten bzw. bieten folgende Leistungen an:
- Rohmilchproben (aus Vorzugsmilch- oder Direktvermarkterbetrieben)
- Tupferproben von Melkzeug, z. B. aus Betrieben mit automatischem Melksystem
- Eutertuch- oder Einstreuproben zum Nachweis von Mastitiserregern
- Untersuchung von Milchproben von Rind, Schaf und Ziege zum Nachweis von Hemmstoffen in der Milch
- Quantitative Untersuchungen aus Milchproben zur Bestimmung der Gesamtkeimzahl, Anzahl an Enterobacteriaceae, Escherichia coli, Koagulase-positive Staphylokokken
- Gezielte Untersuchung auf Mykoplasmen mittels kultureller Anzucht oder PCR
- Durchführung von Antibiotikaempfindlichkeitsprüfungen von Mastitiserregern