Usutu-Virus: Amseln häufig betroffen

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Amsel

Das Usutu-Virus (USUV) ist ein von Stechmücken übertagbares Virus, das ursprünglich aus Afrika stammt. Usutu ist ein Fluss in Swasiland. Seit in Österreich 2001 ein durch USUV ausgelöstes, massives Amselsterben beobachtet wurde, wird USUV regelmäßig in Europa (Ungarn, Schweiz, Italien, Belgien, Niederlande, Frankreich) nachgewiesen und breitet sich weiter aus.

Wie und warum breitet sich das Virus in Europa aus?

Als Ursachen für die Ausbreitung eines „exotischen Virus“ in Mitteleuropa stehen Handel und Reisverkehr sowie der Klimawandel im Fokus: Exotische Stechmücken finden inzwischen auch in Europa einen geeigneten Lebensraum.

Welche Tiere sind betroffen?

Wildvögel fungieren generell als Hauptwirte für dieses Virus, aber üblicherweise erkranken nicht alle Arten. Betroffen sind insbesondere Amseln. Diese zeigen häufig klinische Symptome wie Apathie und zentralnervöse Störungen. Oft verläuft die Infektion tödlich. Empfänglich für das Virus sind auch weitere Vogelarten (Drossel, Star, Bartkauz).

Können sich Menschen infizieren?

In seltenen Einzelfällen kann es bei immungeschwächten Personen auch zu humanen Erkrankungen kommen. Beschrieben sind in der Fachliteratur ein Fall in Afrika (1982), zwei Fälle in Italien (2009) und drei Fälle in Kroatien (2013). Somit stellt das USUV keine unmittelbare Gefahr für den Menschen dar.

Seit wann und wo ist der Erreger in Deutschland verbreitet?

In Deutschland wurde das Virus erstmals 2011 in Wildvögeln nachgewiesen, in Hessen traten 2012 erste Todesfälle bei Amseln auf. Das Hessische Landeslabor etablierte 2012 für die Feststellung der USUV-Infektionen eine spezifische Nachweismethode (Polymerasekettenreaktion=PCR). Damit wurden in den Jahren ab 2012 regelmäßig tote Wildvögel auf das Vorhandensein des Erregers untersucht (vgl. Tab. 1). Positive Befunde werden zu über 90% bei Amseln erhoben. Im Jahr 2016 wurde das Virus bei einer Drossel gefunden und 2017 bei einem Glanzstar aus einem Zoo.

Tab. 1: Untersuchungen auf USUV im LHL ab 2012

2012

2013

2014

2015

2016

2017*

positiv

16

8

1

0

1

2

negativ

29

29

16

14

57

49

gesamt

45

37

17

14

58

51

* bis 01.11.2017

Das Virus hat sich in den letzten Jahren insbesondere in Südhessen (v.a. Landkreise Frankfurt/Main, Offenbach, Bergstraße, Darmstadt, Main-Kinzig-Kreis) verbreitet. Das liegt vermutlich an den günstigen klimatischen Bedingungen für die USUV-übertragenden Stechmücken, die in der Rhein- und Mainebene vorzufinden sind.

Nachdem es nach der ersten Ausbreitungswelle in Deutschland 2011 in den Folgejahren insbesondere zu Nachweisen in Südwestdeutschland kam, gibt es seit August 2016 eine erneute starke Ausbreitung des Virus  in Nordrhein-Westfalen und in Sachsen (Raum Leipzig).

Wie ist der aktuelle Stand in Hessen?

Vermehrte Nachweise von USUV können in Hessen im Untersuchungszeitraum 2016-2017 nicht verzeichnet werden.