Hinweise für Einsendungen zur Untersuchung auf Batrachochytrium dendrobatidis und Batrachochytrium salamandrivorans

Allgemeine Informationen zum Erreger und Übertragungswegen

Der sogenannte Froschpilz Batrachochytrium dendrobatidis (Bd), allgemein auch oft als Chytridpilz bezeichnet, ist ein Krankheitserreger bei Amphibien, der alle Ordnungen (Froschlurche, Salamander und Molche sowie Blindwühlen) befallen kann [1]. Zu den empfänglichen Spezies zählen auch Axolotl (Ambystoma mexicanum) sowie andere Arten der Gattung Ambystoma [2].

Daneben ist ein naher Verwandter des Froschpilzes, der sogenannte Salamanderpilz, Batrachochytrium salamandrivorans (Bsal) bekannt. Frösche erkranken an diesem Erreger nach aktuellem Stand der Wissenschaft zwar nicht,  können den Erreger jedoch tragen und auf empfängliche Schwanzlurche übertragen. Die Infektion mit Bsal ist v.a. für echte Salamander (Familie Salamandridae) potenziell tödlich [3].

Die Übertragung dieser Erreger erfolgt über sogenannte Zoosporen, einzellige Fortpflanzungsstadien der Chytridpilze, die sich in Wasser selbstständig fortbewegen können. Bei Bsal wurde vor kurzem auch eine umweltstabile Dauerform entdeckt [4]. Austrocknung führt zumindest bei Bd zur Abtötung der Zoosporen, jedoch können auch winzige Feuchtigkeitsreste (bspw. an Pflanzen und Einrichtungsgegenständen) potenziell die Übertragung des Erregers ermöglichen. Auch nicht empfängliche Amphibien, Wassertiere oder Wasserpflanzen können so zu einer passiven Verbreitung des Erregers beitragen. Die Zoosporen infizieren verhornte (keratinisierte) Hautzellen, in denen sie sich vermehren und aus denen nach einer Wachstumsphase neue Zoosporen freigesetzt werden.

Informationen zur Diagnostik

  • Am hessischen Landeslabor wird die sogenannte real-time PCR angewendet (PCR Erklärung).  Mit Hilfe dieser Methode wird untersucht, ob genetisches Material  (DNA) des Erregers  in einer Probe vorhanden ist.
  • Für die Probennahme werden sterile Abstrichbestecke empfohlen (Wattetupfer in Kunststoffröhrchen ohne Transportmedium). Sie haben, neben der gesicherten Qualität für medizinische Untersuchungen, den Vorteil, dass durch die Kunststoffröhre, in die der Tupfer nach der Beprobung zurück gesteckt wird, ein geschützter und hygienischer Transport möglich ist.
  • Die Bestellung ist über verschieden Online-Versandhändler möglich (Beispiele s. weiterführende Links).
  • Bitte verwenden Sie für Proben, welche zusätzlich kulturell-bakteriologisch/-mykologisch untersucht werden sollen („Hautprofile“) einen zusätzlichen Tupfer mit Transportmedium. Für parasitologische Kotuntersuchungen sollte frischer Kot in einem dicht schließenden Gefäß eingesandt werden.

Einsendung von Proben

Das notwendige Einsendeformular finden Sie hier.

Proben bis Maxibrief-Größe inkl. ausgefülltem Untersuchungsauftrag (s.o.) senden Sie bitte ausschließlich an:

Landesbetrieb Hessisches Landeslabor (LHL)  
Postfach 10 06 52
35336 Gießen

Proben in Päckchen/Paketen senden Sie bitte ausschließlich an:

Landesbetrieb Hessisches Landeslabor (LHL)
Schubertstr. 60 Haus 13
35392 Gießen

  • Wir empfehlen, die Proben ausreichend stabil zu verpacken (wattierter Umschlag), damit beim Frankiervorgang keine Beschädigungen auftreten. Im ungünstigsten Fall kann es sonst zu Beschädigung und Verlust der Probe während des Transports kommen.
  • Gerne senden wir Ihnen die Befunde nach Abschluss der Untersuchung per Email zu, sofern Sie bei der ersten Einsendung Ihre Email-Adresse auf dem Einsendeschein vermerken.
  • Die Untersuchungsdauer beträgt in der Regel eine Woche.

Kosten

  • Die Untersuchung auf Bd mittels real-time PCR kostet in unserem Labor 24 Euro pro Probe (zzgl. Mehrwertsteuer).
  • Wir bieten neben der Untersuchung auf Bd auch einen Bsal-Test an. Auf Wunsch werden beide Untersuchungen in Kombination durchgeführt. Der Preis beträgt dann pro Kombi-Probe 32 Euro (zzgl. Mehrwertsteuer).

Ansprechpartner

Gerne beraten und informieren wir Sie auch im direkten Kontakt zu Fragen rund um Chytridpilz-Infektionen sowie allgemein zu unserer Diagnostik.

kulturell-bakteriologische und -mykologische Untersuchungen:

  • Dr. Tobias Eisenberg (Tel.: 0641 - 4800 5219)
  • Dr. Karen Schlez (Tel.: 0641 - 4800 5208)

molekularbiologische (PCR) und virologische Diagnostik

  • Dr. Hans-Peter Hamann (Tel. 0641 - 4800 5206)
  • Dr. Silke Hechinger (Tel. 0641 - 4800 5200)
  • Dr. Claudia Sauerwald (Tel. 0641 - 4800 5226)

Sie erreichen uns per Email über: vetabt@lhl.hessen.de

Weiterführende Links
Bezug von Abstrichbestecken:
Hinweise zur Probenentnahme:
Allgemeine Informationen zu Chytridpilzen:
Weiterführende Literatur
  • Lawrence D. Batrachochytrium dendrobatidis: Chytrid disease; 2008.
  • Frías-Alvarez P, Vredenburg VT, Familiar-López M, Longcore JE, González-Bernal E, Santos-Barrera G, et al. Chytridiomycosis survey in wild and captive mexican amphibians. Ecohealth. 2008;5:18–26. doi:10.1007/s10393-008-0155-3.
  • Martel A, Blooi M, Adriaensen C, van Rooij P, Beukema W, Fisher MC, et al. Wildlife disease. Recent introduction of a chytrid fungus endangers Western Palearctic salamanders. Science. 2014;346:630–1. doi:10.1126/science.1258268.
  • Stegen G, Pasmans F, Schmidt BR, Rouffaer LO, van Praet S, Schaub M, et al. Drivers of salamander extirpation mediated by Batrachochytrium salamandrivorans. Nature. 2017;544:353–6. doi:10.1038/nature22059.