Hessisches Paratuberkulose-Untersuchungsprogramm

Das HEMAP-Prinzip beruht auf einer regelmäßigen Untersuchung der Herde mittels einer einfachen und kosteneffizienten „Sockentupferprobe“ (Umgebungsprobe). Auf diese Weise können positive Herden frühzeitig erkannt und negative Herden als unverdächtig eingestuft werden.

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Kühe auf der Weide

Einführung des hessischen Untersuchungsprogramms zur Paratuberkulose (HEMAP)

Die Paratuberkulose ist eine wirtschaftlich bedeutende Rinderkrankheit, die zu einer Reduktion der Milchleistung infizierter Kühe und zu einer Verkürzung der Nutzungsdauer führt. Das kann zu erheblichen Einkommenseinbußen der Milcherzeuger und zur Gefährdung der Wirtschaftlichkeit dieses Betriebszweiges führen.

Viele europäische (z.B. Holland) und außereuropäische (z.B. Australien, USA) Länder investieren seit Jahren in die Paratuberkulose-Bekämpfung. Auch in Deutschland sind einige Bundesländer wie bspw. Thüringen bereits initiativ geworden. Die deutsche Landwirtschaft „lebt“ von der Milch, da die Milch fast 50% der Wertschöpfung aus tierischer Erzeugung darstellt. Ebenso gehen fast 50% der deutschen Milch in den Export.

Es ist nur eine Frage der Zeit, bis Importländer deutscher Milch wie China und Russland einen Status hinsichtlich der Paratuberkulose verlangen. Zur langfristigen Erhaltung der Wettbewerbsfähigkeit hessischer Milch ist ein Engagement hier dringend erforderlich. Die Erkennung infizierter Herden stellt den ersten Schritt zur Einleitung von Kontrollmaßnahmen dar. Daher haben einfach durchzuführende und kostengünstige Methoden zur einleitenden Herdendiagnostik einen hohen Stellenwert im Gesamtkonzept der Bekämpfung dieser Krankheit.

Nach Ergebnissen des in Hessen bereits 2006 durchgeführten Monitorings ist die Paratuberkulosesituation in Hessen im Vergleich zu anderen Regionen in Deutschland günstig zu bewerten. Daher kommt dem Schutz bislang negativer Betriebe eine herausragende Bedeutung zu.

Was ist HEMAP?

Das HEMAP-Prinzip beruht auf einer regelmäßigen Untersuchung der Herde mittels einer einfachen und kosteneffizienten „Sockentupferprobe“ (Umgebungsprobe). Auf diese Weise können positive Herden frühzeitig erkannt und negative Herden als unverdächtig eingestuft werden. Mit jedem negativen Testergebnis über die Jahre erreicht die Herde einen höheren Zuverlässigkeitsgrad der Unverdächtigkeit. Dies ermöglicht dem Tierhalter im Handel, die Paratuberkulosesituation seines Betriebes bzw. die des Vertragspartners beim Kauf besser einzuschätzen bzw. Handelsvorteile beim Verkauf zu nutzen. Tiere aus unverdächtigen Betrieben stellen zukünftig die Grundlage für die Remontierung positiver Herden dar.

HEMAP Schematische Darstellung
HEMAP Schematische Darstellung

Was leistet HEMAP für positive Herden?

Eine Sanierung positiver Herden ist nach derzeitigem Kenntnisstand kaum möglich, aber die HEMAP-Maßnahmen richten sich auch an Betriebe, in denen der Paratuberkuloseerreger bereits nachgewiesen wurde. Dadurch werden Erregerausbreitung und Infektionsdruck in den positiven Herden erheblich reduziert. So lässt sich ein Eintrag des Erregers in die Milch reduzieren, sodass neben der Verbesserung der Wirtschaftlichkeit auch der Verbraucherschutz davon profitiert (diskutiert wird ein Zusammenhang des Paratuberkuloseerregers mit der Morbus Crohn-Erkrankung des Menschen).

Weitere Informationen und Formulare siehe rechte Spalte.