Einsendung von Amphibienproben

Zusätzliche Information für Amphibienhalter zu Einsendungen ihrer Tiere.

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grüner Frosch

Auf der Haut gesunder Amphibien sind immer zahlreiche Bakterien- oder Pilzarten vorkommend, welche zu einem Großteil aus dem Lebensraum der Tiere stammen und zur normalen, so genannten physiologischen „Hautflora“ (Mikrobiota) gezählt werden. Diese Bakterien und Pilze helfen dem Tier wirkungsvoll gegen Krankheiten. Bei krankhaften Prozessen kann es zu einer Verschiebung (Menge, Zusammensetzung) der normalen „Hautflora“ kommen. In letzter Zeit erreichen uns immer wieder Nachfragen besorgter Halter, die in Internetforen verunsichert wurden. Die an das Hessische Landeslabor eingesandten Amphibienproben werden bei 25°C auf Festnährböden (Agarplatten) ohne eine Voranreicherung in einer Bouillon (Nährlösung) bebrütet. Dabei setzen unsere Fachtierärzte bewusst niedrigere Inkubationstemperaturen ein als bei Proben von Säugetieren oder Vögeln. Nur so lassen sich wirklich alle potentiellen Krankheitserreger von Amphibien isolieren. Beim Nachweis möglicher Krankheitserreger wird von uns ein Resistenztest erstellt, damit Sie – bspw. bei einer vorliegenden Erkrankung oder einer Verschlechterung des Gesundheitszustands – schnell in der Lage sind, mit dem richtigen Medikament eine Behandlung durchzuführen. Unser nach DIN EN ISO/IEC 17025 akkreditiertes Labor ist dabei sogar auf Infektionserreger bei kaltblütigen Tieren spezialisiert. Bitte stören Sie sich nicht an für uns verpflichtenden methodischen Angaben wie dem Resistenztest nach dem „Mikrobouillondilutionsverfahren“. Mit diesem Verfahren wird nur der Resistenztest beschrieben und nicht – wie immer wieder gemutmaßt – die „Inkubation der Proben in Kolben mit Nährbouillon im Schüttelinkubator bei 37°C“. Für die Anzucht von Amphibienproben wird übrigens auch in keinem Labor der Welt ein Nährmedium eingesetzt, welches Blut von Amphibien enthält! Das wäre aus Tier- und Artenschutzgründen schlimm und ist im Übrigen auch gar nicht notwendig, denn die Bakterien wachsen ja genauso gut in Anwesenheit von Rinder- oder Schafblut! Bitte lassen Sie sich nicht verunsichern und diskutieren Sie diese Fragen sowie die Befunde gerne auch mit Ihrer Tierärztin oder Ihrem Tierarzt. Bitte sprechen Sie uns auch direkt an, wenn Sie noch Fragen oder Anmerkungen haben. Für Rückfragen stehen wir gerne zur Verfügung!

Bitten denken Sie daran, für

  • molekularbiologische „PCR“-Nachweise (bspw. für Froschpilz, Salamanderpilz, Ranavirus, Chlamydien, Brucellen) einen trockenen Tupfer (siehe Bild 1)
Abstrichsystem
1. Abstrichsystem ohne Transportmedium
  • bakteriologische und mykologische Untersuchungen (bspw. Hautprofile für Bakterien und Pilze) einen Tupfer mit Transportmedium (siehe Bild 2)
Abstrichsystem
2. Abstrichsystem mit Transportmedium
  • mykobakteriologische Untersuchungen („Tuberkuloseerreger“) optimaler Weise eine Objektträger-Abklatschprobe (siehe Bild 3)
Objektträger
3. Objektträger
  • Kotproben (bspw. parasitologische Untersuchungen) ein entsprechendes Schraubdeckelröhrchen (siehe Bild 4)
Schraubdeckelröhrchen
4. Schraubdeckelröhrchen

einzusenden. Entsprechende Probennahmesysteme erhalten Sie bei Ihrer Tierärztin/Ihrem Tierarzt oder in einer Apotheke.