Das freiwillige hessische Paratuberkulose-Zertifizierungsprogramm wird 2019 deutlich günstiger für teilnehmende Betriebe

Die Kosten für Probennahme, Untersuchung und Zertifizierung hat bisher der teilnehmende Betrieb weitgehend selbst getragen. Erfreulicherweise wurde nun für das Jahr 2019 eine weiter greifende Kostenentlastung durch die Hessische Tierseuchenkasse beschlossen.

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Kühe auf der Weide

Seit dem 1. Januar 2015 haben hessische Milcherzeugerbetriebe und auch Mutterkuhbetriebe die Möglichkeit, am hessischen Paratuberkulose-Untersuchungsprogramm („HEMAP“) teilzunehmen. Sämtliche Details zum bisherigen Verfahren sind unter www.HEMAP.de dokumentiert. Die Teilnehmerliste umfasst bisher rund 100 Betriebe. Das Programm startet mit der Ermittlung des MAP-Herdenstatus durch die erste Sockentupferuntersuchung. Anschließend erfolgt eine Gruppierung in die Stufe A oder B.

Stufe A: Dieser Stufe werden Betriebe mit einer negativen Sockentupferuntersuchung zugeschrieben. A-Betriebe müssen halbjährlich einen Sockentupfer untersuchen lassen. Mit jeder Untersuchung steigt der Zertifizierungsindex (z.B. A2 nach dreimalig (à A0, A1, A2) negativem Sockentupferergebnis).

Stufe B: Betriebe, bei denen MAP mittels Kultur und/oder PCR in Sockentupferproben oder Kotproben bereits nachgewiesen wurde, werden zweimal jährlich mittels serologischer Untersuchung aus Milch- oder Blutproben untersucht. Auch hier findet mit jeder durchgeführten Untersuchung eine Indexfortschreibung statt (z.B. B2 nach dreimaliger serologischer Bestandsuntersuchung (à B0, B1, B2; Abb. 1).

Abbildung 1: Schematischer Ablauf der Vorgehensweise beim hessischen MAP-Zertifizierungsprogramm HEMAP
Abbildung 1: Schematischer Ablauf der Vorgehensweise beim hessischen MAP-Zertifizierungsprogramm HEMAP

Das Programm HEMAP ist freiwillig; die Meldepflicht der Paratuberkulose wird – weil es sich lediglich um Umweltproben oder serologische Ergebnisse handelt – in keinem Fall ausgelöst. Die Kosten für Probennahme, Untersuchung und Zertifizierung hat bisher der teilnehmende Betrieb weitestgehend selbst getragen. Die Kosten im Rahmen der Untersuchungen der Stufe A (zwei Sockentupferproben pro Jahr, Probenentnahme und Zertifizierung) beliefen sich bisher auf jährlich etwa 300 Euro. Wurden jedoch Untersuchungen der Stufe B durchgeführt (serologische Einzeltieruntersuchungen), waren die Kosten deutlich höher. Bisher wurde von der Hessischen Tierseuchenkasse (HTSK) im ersten Teilnahmejahr eine Unterstützung von 150 Euro und bei fristgerechter Ausmerzung doppelt serologisch oder einfach kulturell positiv getesteter Tiere eine Beihilfe in Höhe von 300 Euro gewährt.

Erfreulicherweise wurde nun für das Jahr 2019 eine weiter greifende Kostenentlastung durch die HTSK beschlossen:

A-Betriebe (Umweltprobe negativ getestet):

  • Dauerhalt 150 € Zuschuss pro Jahr zu den Untersuchungskosten (75 € je Bestandsbesuch)

B-Betriebe (serologische Einzeltieruntersuchung):

  • Dauerhaft 150 € Zuschuss pro Jahr zu den Untersuchungskosten (75 € je Bestandsbesuch) und 5 € Zuschuss pro untersuchte Kuh und Jahr zu den Untersuchungskosten (2,50 € pro Untersuchung)
  • Darüber hinaus bleibt die Möglichkeit, eine Ausmerzungsbeihilfe zu beantragen, nach wie vor bestehen.