Pferdeexport in den Iran

Erstmals seit vielen Jahren wurde im Jahr 2014 unter großem, internationalem Medieninteresse wieder ein Export von Pferden in den Iran durchgeführt. Dazu wurden 65 Pferde von 12 Versendern zu einer Sendung zusammengeführt. Bei den Pferden handelte es sich um Araber, Springpferde und Galopper.

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Pferde werden verladen
Pferde werden verladen

Der Transport erfolgte in einem nur dafür gecharterten Frachtflieger. Das genutzte Flugzeug vom Typ Boeing 777F bietet auf seinem oberen Fracht-Deck 22 Positionen für Pferde-Container und Sitzplätze für sechs Pferdebegleiter.

Besondere Transportbedingungen

Die Tiere wurden in der Frankfurt Animal Lounge in 22 Pferdecontainer verbracht. Wie alle Tiere müssen auch Pferde in Transportbehältnissen fliegen. Die zum Einsatz kommenden Pferdecontainer sind flugzeugspezifisch bemessen. Es gibt Container für linke und rechte Ladepositionen. Sie bieten jeweils drei Pferden nebeneinander Platz und sind mit einem Vorraum ausgestattet. Im Vorraum befindet sich eine Tür. Der Pferdebegleiter kann so die Pferde während des Fluges betreuen. Mittelwände verhindern, dass sich die Tiere gegenseitig verletzten könnten. Als weitere Maßnahme zur Verringerung des Verletzungsrisikos sind der Boden und alle Seitenteile mit robustem, stoßdämpfendem Gummi bezogen. 

Nach den so genannten IATA Live Animals Regulations (LAR) ist es vorgeschrieben, dass bei allen Pferdetransporten sachkundige Begleiter, so genannte „Grooms“, mitfliegen. Während des Fluges haben die Grooms Zugang zu den Tieren. Sie können die Pferde mit Wasser und Futter versorgen, beruhigen und, wenn nötig, mit Medikamenten versorgen. Zusätzlich zu den fünf Grooms wurden diese Pferde von einem Fachtierarzt begleitet.

Pferde sind oft Vielflieger

Unter Turnierpferden gibt es „Vielflieger“, die mit allen Abläufen einer Flugreise vertraut sind. Bei diesem Transport war es für alle Pferde der erste Flug. Die Verladung fand unter Aufsicht der Tierärztlichen Grenzkontrollstelle Hessen statt. Als stressmindernde Maßnahme werden alle Pferde in Flugrichtung verladen. Es ist Vorschrift, dass die Tiere erst 30 Minuten vor dem Start in das Flugzeug geladen und innerhalb von 30 Minuten nach der Landung ausgeladen werden müssen. Die Flugdauer von 4 ½ Stunden stellte somit nur den kleineren Teil dieser Reise dar. In Deutschland kamen die ca. achtstündige Anreise und die Verladezeit dazu. Nach Angaben des iranischen Importeurs dauerten die Einfuhruntersuchung, Zollabfertigung und die Fahrt zum Quarantänestall in Teheran weitere 14 Stunden.