Alpaka - ein Wiederkäuer aus den Anden

Am Frankfurter Flughafen sind im Jahr 2020 rund 50 Alpakas gelandet. Alle Tiere kamen aus Zuchtbetrieben in Kanada und fanden ihr neues zu Hause vor allem in Deutschland, aber auch in anderen europäischen Ländern. Alpakas werden als Wanderbegleiter und Therapietiere eingesetzt.

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Alpakas in der Natur

Alpakas sind eine aus den südamerikanischen Anden stammende Kamelform, die vorwiegend wegen ihrer Wolle gezüchtet wird. Der Bestand in Peru liegt bei etwa 3,5 Millionen Tieren, was circa 80 Prozent des weltweiten Bestandes ausmacht. Alpakas sind Fluchttiere, die sich im Herdenverband aber sichtlich wohl fühlen.

Einfuhrbedingungen

Die Kameliden müssen die Einfuhrbedingungen (EU 206/2010) erfüllen. Dazu gehört, dass die Tiere eine Kennzeichnung und ein Gesundheitszeugnis benötigen. Weiterhin müssen sie aus einem gelisteten Drittland stammen. Alpakas dürfen nur aus Kanada, Chile, Grönland, Island, Neuseeland und St. Pierre und Miquelon in die EU eingeführt werden.

Gesundheitszeugnis

Das mitzuführende Gesundheitszeugnis enthält Angaben und Anforderungen über folgende Erkrankungen, die bei Alpakas vorkommen können: Brucellose, Milzbrand, Tollwut, Maul-und Klauenseuche, Rinderpest, Riftalfieber, Lungenseuche der Rinder, Lumpy-skin-Krankheit, Peste der kleinen Wiederkäuer, Schaf- und Ziegenpocken, Lungenseuche der Ziegen und epizootischer Hämorrhagie, vesikuläre Stomatitis und Blauzungenkrankheit.

Aufgrund der Blauzungenkrankheit und der epizootischen Hämorrhagie, die durch Stechmücken übertragen werden, müssen serologische Untersuchungen vorgelegt werden bzw. dürfen Alpakas nur saisonal in der so genannten insektenfreien Zeit in die EU eingeführt werden. Die insektenfreie Zeit ist für Kanada auf den Zeitraum vom 1. November bis 15. Mai festgelegt und bedeutet, dass in diesem Zeitraum das Land frei von Brucellose und epizootischer Hämorrhagie ist.

Anforderungen an die Transportbox

Das Transportbehältnis soll einen rutschfesten, z. B. mit Sägespänen eingestreuten Boden haben. Die Tiere müssen aufrecht stehen, sich umdrehen und bequem hinlegen können. Einstreu und Ausscheidungen der Tiere dürfen nicht aus den Kisten gelangen. Auch müssen die Kisten stabil und gut belüftet sein.

Die Transportbehältnisse müssen zudem mit Vektorennetzen bedeckt sein. Der Flugkapitän stellt eine Bescheinigung aus, in der er versichert, dass das Transportbehältnis und die Umgebung der Tiere mit einem Insektizid behandelt wurden.

Mehrere Tiere in einer Box erlaubt

Da Alpakas sehr friedliche Tiere sind, können sie (siehe nachfolgende Abbildung) zu mehreren in einer Box transportiert werden. Bis zu 18 erwachsene Tiere können auf der Fläche einer PMI-Palette (2,34mx3,08m) transportiert werden. Bei längeren Transporten sollten die Tiere geschoren werden.

Geschlechtsreife männliche und weibliche müssen getrennt transportiert werden.

Alpakas in einer Transportbox  1

Tierärztliche Untersuchung und Dokumentenprüfung nach Ankunft

Bei Ankunft werden die Alpakas grenztierärztlich untersucht und die Dokumente für die Einfuhr geprüft.

Trotz der ungewohnten und langen Reise waren alle Tiere munter und sehr neugierig.

Stand: Dezember 2020

Alpakas als Wanderbegeleiter und Therapietiere

Sie haben ein liebes, friedliches Wesen. Aber Achtung: Wenn die Tiere doch mal sauer werden, können sie spucken wie Lamas, und das kann tüchtig brennen. Denn nicht nur Spucke, sondern auch hochgewürgte Magensäure fliegt einem dann entgegen.

Das Fell der Tiere fühlt sich richtig flauschig an, auf dem Kopf führt der ungewöhnliche Haarwuchs teilweise zu verwegenen Frisuren.

Alpakawolle zählt neben Seide und Kaschmir zu den kostbarsten Geweben der Welt und wird in Südamerika als "Vlies der Götter" bezeichnet.

Die flauschigen Tiere werden in Deutschland mittlerweile sogar gezüchtet und kommen bei uns als gesellige Wanderbegleiter zum Einsatz.

Auch sind Alpakas wertvolle Begleiter in der tiergestützten Therapie. Das freundlich-zurückhaltende Wesen von Alpakas hilft, Ängste ab- und Vertrauen aufzubauen.