Artenrettung auf sanften Tatzen: Asiatische Löwinnen für den Zoo Schwerin

Im Rahmen des Europäisches Erhaltungszuchtprogramm (EEP) hat der zoologische Garten Schwerin bei der Koordinierungsstelle in Aalborg nach Asiatischen Löwen gefragt. Vom dort zuständigen Kurator bekam der Zoo drei weibliche Asiatische Löwen aus London zugewiesen.

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Zwei Löwinnen liegen auf einem Holzpodest

Der ursprüngliche Plan des Zoos in Schwerin war es, die Tiere auf dem Landweg über Dover und Calais nach Schwerin zu transportieren. Leider konnte das Zollamt in Calais die drei Tiere nicht artgerecht empfangen und abfertigen, so dass der Zoo die Löwinnen über Frankfurt in die Europäische Union einführen musste.

Gut angekommen in der Animal Lounge

An einem Freitagmorgen landeten die drei asiatischen Löwinnen mit einem Flugzeug aus London in Frankfurt. Vom Flugzeug wurden sie in einem voll klimatisierten Transporter (KTT) zur Frankfurt Animal Lounge (FAL) transportiert und dort in einem Thermoraum untergebracht, um sie vor den äußeren Umwelteinflüssen, wie Lärm und Kälte zu schützen. Im Thermoraum wurden die Tiere, soweit es möglich war, von den diensthabenden Mitarbeitern und Tierärzten der Tierärztlichen Grenzkotroll-Stelle Hessen (TGSH) beschaut und für gesund und fit erklärt. Im weiteren Verlauf hat die für die Abfertigung zuständige Spedition die Papiere im Abfertigungsbüro der TGSH eingereicht. Die Papiere wurden bearbeitet und dann veterinärrechtlich für die Einreise in die EU freigemacht. Der Spediteur hat danach die Zollabfertigung durchlaufen und die Löwinnen konnten dann, am frühen Nachmittag, ihre Weiterreise antreten. Begleitet wurden die Löwinnen von den Tierpflegern des Zoos  auf ihrer Reise Richtung Schwerin.

Arterhaltung durch gezielte Zuchtprogramme

Durch diverse Zuchtprogramme, wie das Europäisches Erhaltungszuchtprogramm (EEP) und das internationales Zuchtbuch (ISB) versucht man die Population von gefährdeten Tieren in Zoos und Reservaten zu halten und zu stärken, so dass man gegebenenfalls die Tiere wieder auswildern kann. Jede Tierart, die vom EEP koordiniert wird, hat ein so genanntes Zuchtbuch. Das Zuchtbuch für den Asiatischen Löwen „liegt“ im Zoo Aalborg. Von dort aus werden die in den Zoos lebenden Asiatischen Löwen verwaltet, koordiniert und neue Verpaarungen zusammengestellt, um eine höchst mögliche Genvielfalt zu erhalten und Inzuchten zu vermeiden.

Bestand: stabil aber nicht gesichert

Der Asiatische Löwe (panthera leo persica) ist eine Unterart der Löwen (panthera leo). Die enge Verwandtschaft zeigt sich auch in der Ähnlichkeit der Tiere. Dabei ist der Asiatische Löwe etwas kleiner und er hat eine kürzere Mähne. Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet reichte von Südosteuropa bis in den Nahen und Mittleren Osten. Heute kommen die Asiatischen Löwen nur noch in wenigen Teilen Indiens in freier Wildbahn vor, im Staat Gujarat, im Gir-Nationalpark und auf der Halbinsel Kathiawar. Der Tiefpunkt der Population war Anfang des letzten Jahrhunderts erreicht. Mit einer Population von nur noch 20 Tieren in freier Wildbahn stand die Unterart kurz vor dem Aussterben. Heute schätzt man, dass 250 – 300 freilebende Tiere den natürlichen Bestand bilden. Ihr Überleben als Art gilt als stabil aber nicht gesichert, weshalb der Asiatische Löwe auf der Roten Liste der IUCN (International Union for Conservation of Nature and Natural Resources) als „vom Aussterben bedroht“ geführt wird und im Washingtoner Artenschutzabkommen Anhang A (CITES) gelistet ist.

Internationale Anstrengungen zur Arterhaltung

Die Internationale Union zur Bewahrung der Natur (IUCN) ist eine internationale Nichtregierungsorganisation und Dachverband zahlreicher internationaler Regierungs- und Nichtregierungsorganisationen. Ihr Ziel ist die Sensibilisierung der Menschheit für den Natur- und Artenschutz. So sollen die Nationen durch die Arbeit der Union positiv beeinflusst werden, dass eine nachhaltige und schonende Nutzung der natürlichen Ressourcen sichergestellt ist. Der Verein erstellt unter anderem die Rote Liste gefährdeter Arten und kategorisiert Schutzgebiete mittels der World Commission on Protected Areas.  

Das Übereinkommen über den internationalen Handel mit gefährdeten Arten freilebender Tiere und Pflanzen (CITES) ist eine internationale Vereinbarung, die einen nachhaltigen, internationalen Handel mit den in ihren Anhängen gelisteten Tieren und Pflanzen gewährleisten soll. Die Konvention wird nach dem Ort der Erstunterzeichnung am 3. März 1973 in Washington, D.C. auch Washingtoner Artenschutzübereinkommen genannt.

Quellen: wikipedia.de, zootierliste.de, zootier-lexikon.org, wisia.de