Drachenfrucht

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Drachenfrucht

Über den Frankfurter Flughafen werden Drachenfrüchte hauptsächlich aus Vietnam eingeführt. Obst und Gemüse aus Vietnam ist seit einigen Jahren im Fokus einer risikoorientierten Probenahme, welche als sogenannte „Flaschenhalskontrolle“ seit 2007 etabliert ist.

Die Beanstandungsquoten wegen Überschreitung der zulässigen Pestizid-Höchstmengen für Obst und Gemüse aus Vietnam betrug in 2010 21 % (3 von 14 Proben), in 2011 37% (48 von 129 Proben) und in 2012 31 % (16 von 31 Proben); dies ohne dass eine bestimmte Warenart hervorstach.

Nachdem in 2013 die Obst- und Gemüseeinfuhren aus Vietnam stark zurückgingen, stiegen sie in 2014 u.a. wegen der erhöhten Importe von Drachenfrucht, auch als Pitahaya bekannt, wieder an.

Drachenfrüchte werden mittlerweile auch in vielen Discountern angeboten. Bei Untersuchungen von an der TGSH in 2014 genommenen Proben fanden sich bei fünf von 12 beprobten Sendungen Überschreitungen der zulässigen Pestizid-Höchstmengen (42%).

Gefunden wurden die Pestizide Carbendazim und Iprodion, wobei sich die Höchstmengenüberschreitungen im Bereich zwischen 3- und 15-facher Überschreitung bewegten.

Die hohe Beanstandungsquote bei dieser Warenart wurde daraufhin an die EU-Kommission berichtet, damit über eine generelle Vorführpflicht für Pitahaya aus Vietnam beraten werde. Die Daten aus Frankfurt waren so überzeugend, dass für die Drachenfrüchte bereits zum 1. Oktober 2014 eine EU-weite Einfuhrkontrollpflicht eingeführt wurde.

Seit diesem Zeitpunkt müssen alle Sendungen bei der Einfuhr in die EU an speziell dafür zugelassenen Grenzkontrollstellen, den sogenannten „Benannten Eingangsorten“ („Designated Point of Entry“, DPE) einer Einfuhrkontrolle unterzogen werden. Die Kommission setzte fest, dass hierbei 20 % aller eingehenden Sendungen auf Kosten des Importeurs auf die Belastung mit Pestiziden untersucht werden müssen.