Salate vom Lieferservice – frisch und hygienisch einwandfrei?

Lieferdienste für Essen sind aus dem Alltag nicht wegzudenken. Neben Pizza und Pasta stehen auch Salate auf den Speisekarten der Anbieter. Doch wie steht es um Frische und Hygiene der Salate? Das Hessische Landeslabor hat die Produkte untersucht.

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Salat vom Lieferdienst

Hektischer Alltag, wenig Zeit - liefern lassen statt selber kochen: Der Trend geht zum Essenbestellen. Ein Anruf oder wenige Klicks auf dem Smartphone genügen, und schon ist die Bestellung aufgegeben. Diese Lieferdienste sind beim Verbraucher gefragter denn je. Und selbstverständlich gehören auch Salate zu den begehrten „Speisen auf Rädern“. Manche Verbraucher fragen sich, ob diese wirklich frisch, von guter Qualität und hygienisch einwandfrei sind.

Das Hessische Landeslabor hat 22 Proben gemischte Salate von Restaurants mit Lieferservice und Pizza–Bringdiensten auf ihren Hygienestatus untersucht. Auch Geruch, Geschmack und Frischezustand der angebotenen Erzeugnisse wurden geprüft. Zur Beurteilung der mikrobiologischen Untersuchungsergebnisse wurden die Richt – und Warnwerte für Mischsalate der Deutschen Gesellschaft für Mikrobiologie und Hygiene (DGHM) herangezogen.

Fünf Salate wurden wegen Keimbelastung beanstandet

Die überwiegende Anzahl (rund 77 Prozent) der Salate war bezüglich ihrer hygienischen Beschaffenheit nicht zu bemängeln. Frischezustand und Qualität waren bei allen Proben einwandfrei. Salmonellen oder Listerien konnten in keiner der Proben festgestellt werden.

Drei gemischte Salate wurden jedoch aufgrund erhöhter Gehalte an Bacillus cereus beanstandet. Die nachgewiesenen Gehalte in den drei Proben lagen über den DGHM-Richt- beziehungsweise Warnwerten. Zwar kommen diese Bakterien natürlicherweise überall in der Umwelt und insbesondere auch auf pflanzlichen Lebensmitteln vor. Es sind jedoch auch Stämme bekannt, die Toxine (Gifte) bilden können, welche Erbrechen und/oder Durchfall beim Menschen nach dem Verzehr hochbelasteter Speisen auslösen können. Daher ist es wichtig, dass die Richtwerte für diese Keimgruppe in Lebensmitteln sicher eingehalten werden.

Zwei weitere Salate mussten aufgrund Escherichia coli-Gehalte (E. coli), die über dem entsprechenden DGHM- Richtwert für diese Bakterien lagen, beanstandet werden. E. coli sind Organismen, die natürlicherweise im Darm von Mensch und Tier vorkommen. Ein Nachweis von E. coli in höheren Keimzahlen weist in der Regel auf Hygienemängel bei den Zutaten eines Produktes oder dessen Herstellung hin.

Fazit

Das Untersuchungsergebnis zeigt, dass zwar sämtliche der 22 geprüften Salate frisch und qualitativ einwandfrei waren, jedoch fünf Proben (rund 23 Prozent) Hygienemängel aufwiesen. Gesundheitsschädliche Bakterien wie Listerien oder Salmonellen konnten jedoch nicht nachgewiesen werden.

Hintergrundinformationen

Als Grundlage der mikrobiologischen Richt- und Warnwerte dienen gemäß DGHM Art und Anzahl bestimmter Mikroorganismen, die für den gesundheitlichen Verbraucherschutz und für die Beurteilung der spezifischen Beschaffenheit eines Produktes relevant sind. Dabei werden spezifische Rezepturen und Herstellungsverfahren berücksichtigt. Die Werte werden von den Arbeitsgemeinschaftsmitgliedern aus Wissenschaft, Wirtschaft und Überwachung in gemeinsamer Beratung unter Berücksichtigung geltender nationaler und europäischer Gesetzgebung erarbeitet.

Richtwerte geben eine Orientierung, welches produktspezifische Mikroorganismenspektrum zu erwarten und welche Mikroorganismengehalte in den jeweiligen Lebensmitteln bei Einhaltung einer guten Hygienepraxis akzeptabel sind. Eine Überschreitung des Richtwertes weist auf Schwachstellen in der Herstellungs- und Hygienepraxis und die Notwendigkeit hin, die Wirksamkeit der vorbeugenden Maßnahmen zu überprüfen und Maßnahmen zur Verbesserung der Hygienesituation einzuleiten oder die Kalkulation des Haltbarkeitsdatums zu prüfen.

Warnwerte geben laut DGHM Mikroorganismengehalte an, deren Überschreitung einen Hinweis darauf gibt, dass die Prinzipien einer guten Herstellungs- und Hygienepraxis verletzt oder, dass beispielsweise das Haltbarkeitsdatum zu lange bemessen wurde. (ack)

Stand: Juni 2019