Nicht nur Hühnereier auf dem Prüfstand

Ob Frühstücksei, Omelett oder im Osterkranz – Eier sind nicht zur zu Ostern ein sehr beliebtes und vielfältig zu verwendendes Lebensmittel. Das Hessische Landeslabor hat die Qualität der in Hessen angebotenen Eier unter die Lupe genommen. Untersucht wurden rohe Hühnereier, rohe Eier anderer Vogelarten und im Handel erhältliche gekochte und gefärbte Eier.

RS9627_Bunte Ostereier © Patrizia Tilly - Fotolia.com_.jpg

Ostereier

Am häufigsten Kennzeichnungsmängel

Im Jahr 2018 lag der Verbrauch in Deutschland bei durchschnittlich 235 Eiern pro Kopf. Wenn von Eiern die Rede ist, sind in der Regel Hühnereier gemeint, aber auch Eier anderer Vogelarten wie Wachteleier werden vor Ostern vermehrt in den Geschäften angeboten. Das Hessische Landeslabor hat 144 Proben untersucht, wobei jede Probe mindestens 20 Hühnereier umfasste. Insgesamt wurden 31 Proben beanstandet, wobei Kennzeichnungsmängel überwogen.

Die überwiegende Mehrheit der untersuchten Eier stammte aus Deutschland, häufig direkt aus Hessen (57). 15 Proben enthielten Eier aus den Niederlanden und in einem Fall kamen die Eier aus Spanien. Erkennbar ist die Herkunft der Eier am Erzeugercode, mit dem jedes Ei zu stempeln ist. Auch wird auf Verpackungen zunehmend mit Herkunftsangaben, wie „Eier aus Deutschland“ oder „Eier vom Betrieb xy“, geworben.

Nicht alle Herkunftsangaben, die ausgelobt wurden, trafen auch zu. So wurden Eier auf einem hessischen Wochenmarkt als „eigene Erzeugung“ vermarktet, obwohl sie laut Erzeugercode von einem großen Betrieb in Niedersachsen stammten. In einem anderen Fall wurden Eier aus Käfighaltung aus Spanien mit der Angabe „Eier aus Freilandhaltung aus Deutschland“ beworben. Zu beanstanden waren auch werbende Hinweise auf die besondere Haltung der Tiere. Derartige Angaben dürfen nur gemacht werden, wenn sie zutreffen und wenn es sich nicht um Selbstverständlichkeiten handelt.

Nur wenige Qualitätsmängel

Qualitätsmängel, wie beispielsweise eine stark verschmutzte Schale, wurden bei den Eiern nur in vier Fällen festgestellt. In keinem Fall wurden gesundheitsschädliche Bakterien, wie Salmonellen oder Campylobacter (beide Auslöser von Magen-Darm-Erkrankungen), im Eiinneren festgestellt. Jedoch konnten in einem Fall Campylobacterbakterien auf der Schale der Eier nachgewiesen werden. Campylobacter sind die derzeit häufigsten bakteriellen Erreger einer Lebensmittelinfektion. Ein Infektionsrisiko durch Hühnereier kann mit küchenhygienischen Maßnahmen deutlich reduziert werden. Nähere Informationen dazu können der Stellungnahme des BfR (siehe unter Links) entnommen werden.

Eier anderer Vogelarten fast ohne Beanstandung

Insbesondere Wachteleier erfreuen sich einer zunehmenden Beliebtheit. Untersucht wurden elf Proben Wachteleier, wobei jede Probe aus 12 – 24 Eiern bestand. Die kleinen Eier mit der braun-schwarz oder schwarz-weiß gesprenkelten Schale wogen bei den im Landeslabor durchgeführten Untersuchungen zwischen 10 und 14 Gramm. In keiner der Proben konnten gesundheitsschädliche Bakterien, wie Samonellen und Campylobacter, nachgewiesen werden. Auch die Kennzeichnung ergab bis auf zwei Ausnahmen keinen Grund zur Beanstandung.

Wachteleier
Wachteleier

Als Besonderheit gelangte eine Probe Straußeneier zur Untersuchung. Im Rahmen der durchgeführten Untersuchungen konnten auch hier keine gesundheitsrelevanten Bakterien oder sonstige Mängel festgestellt werden.

Straußenei
Straußenei

Ostereier möglichst nicht bis zum Ende der Mindesthaltbarkeit lagern

Gekochte, gefärbte Eier werden ganzjährig vielerorts angeboten, und in der vorösterlichen Zeit sind die bunten Ostereier fast überall zu finden. Im Hessischen Landeslabor wurden insgesamt 95 Proben untersucht, wobei jede Probe aus mehreren Packungen bestand. Die Eier wurden bei Ablauf der angegebenen Mindesthaltbarkeit auf Aussehen, Geruch und Geschmack untersucht.

76 Proben (80 Prozent) der Eier waren in Ordnung. Bei zehn Proben wurden Kennzeichnungsmängel festgestellt und bei zwei Proben wiesen einzelne Eier bereits bei Probeneingang sensorische Abweichungen wie Schimmelbefall auf. Bei sechs Proben zeigten die Eier am Ende des angegebenen Mindesthaltbarkeitsdatums erste oder bereits fortgeschrittene Anzeichen von Verderb. Hierbei handelte es sich häufig um Eier mit Beschädigungen der Schale, was sich durch entsprechend verlaufende Farbmuster auf dem gegarten Eiklar zeigte.

Verbrauchertipps

Damit bunte, gekochte Eier möglichst bis zum Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums frisch bleiben, sollten Verbraucher beim Einkauf darauf achten, dass die Schale nicht durch Löcher oder Risse beschädigt ist. Nach dem Kauf sollten die Eier im Kühlschrank und nicht bei Zimmertemperatur aufbewahrt werden. Am besten werden die Eier nach dem Kauf möglichst bald verzehrt und nicht lange gelagert.

Fazit

Die Qualität der im Handel erhältlichen Eier ist überwiegend gut. Die angegebene Mindesthaltbarkeit gekochter, gefärbter Eier ist von den Bedingungen bei der Herstellung und Lagerung abhängig und wird somit nicht immer eingehalten.

Stand: April 2019