Bioabfall

Bioabfall M. Schuppich - Fotolia.com_.jpg

Bioabfall
Bioabfall

Elemente

Werden in den untersuchten Proben die in der BioAbfV festgelegten Grenzwerte für die Elemente Blei (Pb), Cadmium (Cd), Chrom (Cr), Kupfer (Cu), Nickel (Ni), Quecksilber (Hg) oder Zink (Zn) überschritten, ist das Aufbringen auf landwirtschaftlich oder gärtnerisch genutzte Böden verboten.

Für die Analytik der in der Verordnung aufgeführten anorganischen Parameter stehen im LHL unterschiedliche Analysenmethoden zur Verfügung. Einige Methoden sind sehr spezifisch und können nur auf ein Element angewendet werden, andere Methoden können ein ganzes Spektrum an Elementen quasisimultan erfassen und werden daher als „Multielement-Methoden“ bezeichnet.

Um solche Analysen ausführen zu können, müssen die Proben zunächst aufgeschlossen oder extrahiert werden, so dass sie in flüssiger Form vorliegen und keine festen Bestandteile, die die Analysengeräte verstopfen könnten, mehr enthalten.

  • Blei (Pb), Cadmium (Cd), Chrom (Cr), Kupfer (Cu), Nickel (Ni), Zink (Zn)

Diese Elemente können mittels der beiden spektrometrischen Multielement-Methoden ICP-MS und ICP-OES analysiert werden. Die Auswahl des jeweils am besten geeigneten Verfahrens hängt von der  Größenordnung der Elementgehalte sowie von Matrixeffekten ab.

  • Quecksilber (Hg)

Für die Analyse des Quecksilbergehalts stehen zwei atomabsorptionsspektrometrische Kaltdampf-Verfahren (mit und ohne Anreicherung) zur Verfügung. Sowohl die „Kaltdampf-Atomabsorptions-spektrometrie“ (CV-AAS) als auch das „Amalgamsystem“ sind elementspezifisch, so dass im Vergleich zu den Multielementverfahren nur wenige Störungen der Messung auftreten.

Mikrobiologie

Die Hygienekontrolle bei Produkten der biologischen Abfallbehandlung bildet einen weiteren mikrobiologischen Schwerpunkt. Kompostierung als aerobe biologische Behandlung von Bioabfällen ist eine gebräuchliche Methode, um nährstoffhaltige Pflanzenreste wieder in den landwirtschaftlichen Kreislauf zurückzuführen. Durch Mikroorganismen und Kleinlebewesen wie z.B. Lumbriciden wird organischer Abfall um- und abgebaut.

Im Verlauf einer idealen Kompostierung steigt die Kompostierungstemperatur bis auf ca. 70°C an. Derartige Temperaturen begünstigen das Wachstum thermophiler Bakterien. Die vegetativen Zellen von Krankheitserregern, Pilzen sowie die Proteine der meisten Viren, sind vergleichsweise hitzelabil. Somit hat eine optimale Kompostierung organischer Abfälle einen „hygienisierenden“ Effekt. Umgekehrt kann eine mangelhafte Kompostierung zu einer Vermehrung pathogener Keime (Salmonellen) führen.

Für die Hygienebeurteilung von „Bioabfällen“ werden im LHL mikrobiologische Untersuchungen auf Salmonellen, Enterokokken, Escherichia coli und auf mesophile Keime durchgeführt